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Presseaussendung: Freischreiber fordern faire Honorare für Qualität

Utl: Verein für freie JournalistInnen ist in Wien gestartet, auch in Linz ist eine Gruppe im Aufbau. Erstes geplantes Projekt: Die österreichische Freienbibel. Eine Beziehung auf Augenhöhe zwischen freien JournalistInnen und ihren AuftraggeberInnen: Dieses Ziel haben sich die österreichischen Freischreiberinnen und Freischreiber gesetzt. „Ein erster Schritt ist nun getan. Nur wenn wir Freie uns vernetzen und gegenseitig unterstützen, kommen wir auch weiter“, erklären die Vorsitzenden Sonja Fercher und Susanne Wolf. Wesentliche Forderung: Die im Kollektivvertrag vorgesehenen Honorarsätze an die neuen Realitäten anzupassen. Erstes konkretes Projekt: Die österreichische Freienbibel.   *** Der vielzitierte Medienwandel hat zur Folge, dass freie JournalistInnen öfter beauftragt werden, um die kleiner werdenden Redaktionen zu entlasten. Diesem Wandel hinkt allein schon der Kollektivvertrag hinterher. Die darin vorgesehenen Honorarsätze sind zugeschnitten auf kurze Geschichten. Im Alltag aber werden Freie immer öfter für Geschichten mit großem Rechercheaufwand eingesetzt – aber weiterhin nur mit 2 Cent pro Zeichen bezahlt. Bei dem im KV ebenfalls vorgesehenen Honorar für den Zeitaufwand schauen die Freien praktisch immer durch die Finger. „Bei einer Geschichte mit 5.000 Zeichen erhält man also ein Honorar von rund 130 Euro. Bei Artikeln mit großem Rechercheaufwand bedeutet das, dass man auf einen Stundensatz von weniger als 10 Euro brutto bekommt“, rechnet Fercher vor. „Wir müssen aufhören, unsere Höchstleistungen für diese niedrigen Honorare zu verkaufen. Dafür ist die Vernetzung zwischen freien JournalistInnen essenziell. Zugleich suchen wir das Gespräch mit den Verlegern bzw. nehmen auf Einladung der GPA-djp bereits an ihnen teil. Wir hoffen sehr, gemeinsam faire Lösungen im Sinne der freien JournalistInnen zu erreichen.“   Portion Mut „Viele freie Journalisten greifen wegen der niedrigen Honorare auf andere Einkommensquellen wie PR zurück; ich selbst schreibe vorwiegend für Magazine, die angemessene Honorare bieten und habe vor kurzem mein erstes Buch veröffentlicht“, ergänzt Wolf. „Es liegt auch und vor allem an uns, etwas zu ändern: je mehr Freie sich weigern, für die angebotenen Honorare zu arbeiten, desto eher werden die Medienhäuser einlenken. Das verlangt natürlich eine gewisse Portion Mut, der vielen jungen JournalistInnen oft fehlt. Auch um den Nachwuchs zu unterstützen, haben wir die Freischreiber ins Leben gerufen.“ Als erstes großes Projekt haben sich die österreichischen FreischreiberInnen vorgenommen, die deutsche Freienbibel, ein Handbuch für freie JournalistInnen, auf die Bedürfnisse österreichischer JournalistInnen zuzuschneiden.  ...

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